Universitätsklinikum St. Pölten: World Delirium Awareness Day

ST. PÖLTEN - Am 11. März 2026 macht der internationale „World Delirium Awareness Day“ weltweit auf das Thema Delir aufmerksam. Auch im Universitätsklinikum St. Pölten wird dieser Tag genutzt, um das Bewusstsein für diese häufige, jedoch oft unterschätzte Begleiterscheinung zu stärken. Der diesjährige Tag steht unter dem Motto „Voices of Delirium“, das Betroffene selbst zu Wort kommen lässt.

Ein Delir ist eine akute Störung von Aufmerksamkeit, Bewusstsein und kognitiven Funktionen, die vor allem bei älteren oder schwer erkrankten Patientinnen und Patienten auftreten kann. Betroffene wirken plötzlich verwirrt, sind unruhig oder im Gegenteil sehr schläfrig und ziehen sich zurück. Häufig entwickelt sich ein Delir innerhalb weniger Stunden oder Tage, insbesondere während eines Krankenhausaufenthalts.

Studien zeigen, dass Delir zu den häufigsten Begleiterscheinungen während eines Krankenhausaufenthalts zählt: Rund jede dritte hospitalisierte Person entwickelt im Verlauf ein Delir.
„Ich erinnere mich, dass ich mich plötzlich völlig verloren fühlte, nichts mehr richtig einordnen konnte und große Angst hatte“, erzählt eine ehemalige Patientin. Solche persönlichen Stimmen helfen uns, Delir besser zu verstehen und unsere Versorgung patientinnen- und patientenorientiert zu gestalten.

„Ein Delir ist keine normale Alterserscheinung, sondern ein ernstzunehmender medizinischer Zustand, der früh erkannt und behandelt werden muss“, erklärt Denise Lechner, Advanced Practice Nurse im Fachbereich Intensivpflege. Studien zeigen, dass Delirien mit längeren Krankenhausaufenthalten, funktionellen Einschränkungen und einer erhöhten Sterblichkeit verbunden sein können. Auch für betroffene Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige stellt ein Delir eine erhebliche Belastung dar.

Frühe Erkennung und Prävention sind entscheidend. Viele präventive Maßnahmen sind vergleichsweise einfach umzusetzen: Orientierungshilfen, gute Schlafbedingungen, Mobilisation, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie die Einbindung von Angehörigen können dazu beitragen, das Risiko eines Delirs zu reduzieren.


„Delir ist häufig, aber nicht unvermeidbar. Unser Ziel ist es, das Universitätsklinikum St. Pölten konsequent in Richtung eines delirfreundlichen Krankenhauses weiterzuentwickeln, in dem Prävention, Früherkennung und ein sensibler Umgang mit betroffenen Patientinnen und Patienten selbstverständlich sind“, betont Denise Lechner, Delirexpertin am UK St. Pölten.
Der World Delirium Awareness Day 2026 soll dazu beitragen, die Erfahrungen Betroffener sichtbar zu machen, das Bewusstsein für Delir in der Bevölkerung und im Gesundheitswesen zu stärken und die Bedeutung einer delirpräventiven Versorgung hervorzuheben.

 




Bildtext:
Denise Lechner, BSc MSc (Advanced Practice Nurse, Klinische Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, Station 2)


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