Universitätsklinikum St. Pölten: Welt-Schlaganfall-Tag am 29. Oktober

ST. PÖLTEN - Mit rund 25.000 Fällen jährlich ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache in Österreich und Hauptursache für bleibende Behinderungen. Betroffen sind meist ältere Menschen, das Durchschnittsalter liegt bei 74 Jahren (Frauen) bzw. 69 Jahren (Männer). In den letzten Jahren hat man eine Zunahme der Schlaganfälle bei unter 50-Jährigen beobachtet und selbst Jugendliche sowie Kinder
sind nicht davor gefeit. Dies wird einerseits auf genetische Veranlagung zurückgeführt, andererseits erhöht auch ein ungesunder Lebensstil das Risikoprofil*.

Auch wenn ein Schlaganfall vor allem mit zunehmendem Alter auftritt, so darf nicht vergessen werden, dass vermehrt auch junge Menschen einen Schlaganfall erleiden. Bei allen Interventionen in der akuten Schlaganfalltherapie zählt besonders der Faktor Zeit, denn „Time is Brain“. Je früher die Patientinnen und Patienten auf eine Schlaganfallabteilung gebracht werden, desto besser sind die Chancen auf ein gutes Ergebnis. Man unterscheidet zwischen drei Arten von Schlaganfällen: 85 % der Schlaganfallpatientinnen und -patienten erleiden einen ischämischen Schlaganfall, welcher die Folge einer Unterbrechung der Blutversorgung im Gehirn ist. Die Nervenzellen erhalten zu wenig Sauerstoff und sterben ab. Beim hämorrhagischen Schlaganfall, auch Hirnblutung genannt, bildet sich durch das Platzen eines Gefäßes im Gehirn ein Bluterguss. Es kommt
zu Störungen im betroffenen Gebiet und zum Absterben von Gehirnzellen. Die Transitorische ischämische Attacke (TIA) gilt als Vorbote des Schlaganfalls und entsteht durch eine mangelhafte Versorgung bestimmter Hirnareale mit Sauerstoff.

Eine medizinische Abklärung ist dringend angeraten, um das Risiko eines nachfolgenden Schlaganfalls zu mindern.

Die häufigsten Symptome eines Schlaganfalls sind:

• Lähmungen und Taubheitsgefühle: einseitiges Taubheits- oder Lähmungsgefühl im
Arm-, Bein- Gesichtsbereich, einseitig herabhängender Mundwinkel, gestörtes
Berührungsempfinden

• Sprachstörungen: undeutliche und stockende Sprache, verminderte
Ausdrucksfähigkeit, oft wird das Gesprochene nicht mehr verstanden und sprachlichen Anweisungen kann nicht Folge geleistet werden

• Sehstörungen: verschwommenes Sehen, Doppelbilder, eingeschränktes Gesichtsfeld bis hin zur vorübergehenden Erblindung

• starke, kaum zu ertragende Kopfschmerzen als Begleiterscheinung von Blutungen im Gehirn.

Alle Schlaganfallarten haben jedoch eines gemeinsam: Eine rasche Alarmierung des Notrufs 144 und die Behandlung an einer Stroke Unit - einer speziellen Einrichtung für akute Schlaganfallpatientinnen und -patienten - innerhalb der ersten Stunden ist entscheidend (so
früh wie möglich), um Folgeschäden wie Sprachstörungen oder Lähmungen zu verhindernund möglichst viele Nervenzellen zu erhalten. Im Universitätsklinikum St. Pölten werden rund 750 Schlaganfallpatientinnen und -patienten pro Jahr an der Schlaganfallabteilung „STROKE
UNIT“ behandelt.
Auch moderne Schlaganfalltherapie, wie die Thrombektomie, kommt in Zusammenarbeit mit der interventionellen Radiologie, der Anästhesie und Intensivmedizin, der Neurochirurgie sowie der Neurologie im Universitätsklinikum St. Pölten und in Kooperation mit anderen Kliniken zum Einsatz. Eine ebenso bedeutende Rolle spielt die Durchführung geeigneter Rehabilitationsmaßnahmen, um verlorene Funktionen wieder zu erlernen und den Heilungsprozess optimal zu unterstützen.
*Durch einen gesunden Lebensstil und der Vorbeugung von Risikofaktoren, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Rauchen, hoher Alkoholkonsum, Übergewicht, Diabetes, mangelnder Bewegung und Stress könnte jeder zweite Schlaganfall verhindert werden.




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