Aktuell erkranken in Österreich rund 45.000 Menschen an Krebs und rund 400.000 Menschen leben bereits mit einer Krebserkrankung. Diese Zahl wird laut Prognose der Statistik Austria bereits in fünf Jahren auf 460.000 Personen steigen.
„Ein möglicher Grund für diese starke Zunahme ist, neben der generell höheren Lebenserwartung, in beachtenswerten Fortschritten in der Behandlung bösartiger Erkrankungen zu suchen, die ein längeres Überleben sichert. Während die verfügbaren Therapien immer vielfältiger und effektiver werden, bedarf die zunehmende Komplexität mehr denn je die Expertise spezialisierter Zentren“, erklärt Prim. Clin. Ass. Prof. Dr. Martin Wiesholzer, Leiter der klinischen Abteilung für innere Medizin 1 am Universitätsklinikum St. Pölten.
Neben der Behandlung von Krebserkrankungen von Organen widmet man sich am Universitätsklinikum St. Pölten im Besonderen auch der Behandlung von Erkrankungen des Blutes. „Akute Leukämien gelten als die aggressivsten Formen von Blutkrebs, welche unbehandelt binnen kurzer Zeit tödlich enden. Die erste intensive Therapie zur Behandlung dieser Erkrankungen wurde am UK St. Pölten im Jahr 2014 durchgeführt, seither stieg die Anzahl behandelter Patientinnen und Patienten kontinuierlich an. Das ist einerseits der global steigenden Inzidenz der Erkrankung und andererseits der zunehmenden Anerkennung der Abteilung als Zentrum für die Behandlung hämatologischer Erkrankungen zuzuschreiben“, erklärt Prim. Clin. Ass. Prof. Dr. Martin Wiesholzer weiter. Im vergangenen Jahr 2025 wurden bereits 54 akute Leukämiefälle in St. Pölten dieser für Patientinnen und Patienten und Behandelnden sehr fordernden, aufwendigen, oft über viele Monate andauernden Therapien zugeführt, was das UK St. Pölten zu einem der leistungsstärksten hämatologischen Zentren in Österreich macht.
Vorreiter in Niederösterreich
Als einziges Transplantationszentrum in Niederösterreich werden hierorts seit 2019 autologe Stammzelltransplantationen durchgeführt. Dabei werden betroffenen Patientinnen und Patienten körpereigene Stammzellen entnommen, diese anschließend aufbereitet und nach einer intensiven Chemotherapie wieder verabreicht. Diese aufwendige Therapie wird bei Menschen, die an bestimmten Arten von Lymphdrüsenkrebs und bösartigen Plasmazellerkrankungen erkrankt sind, angewandt.
„Mit der ersten in Niederösterreich durchgeführten CAR-T-Cell-Therapie konnte 2023 ein weiterer Meilenstein für Patientinnen und Patienten in unserem Bundesland erreicht werden. Bei dieser innovativen Immuntherapie werden Zellen aus dem Körper entnommen und gentechnisch so verändert, dass sie Krebszellen gezielt zerstören können. Nach Rückgabe vermehren sich die Zellen im Körper als ‚lebendes Medikament‘ und bekämpfen so die Krankheit. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden im UK St. Pölten bereits 55 CAR-T-Cell-Therapien bei Patientinnen und Patienten mit Lymphdrüsenkrebs und bösartigen Plasmazellerkrankungen erfolgreich durchgeführt“, so Prim. Martin Wiesholzer.
Neue Räumlichkeiten und Weiterentwicklung
Ein international anerkanntes Zentrum für klinische Studien an der Abteilung ermöglicht Patientinnen und Patienten Zugang zu neuartigen, mitunter lebensrettenden Medikamenten lange vor der allgemeinen Verfügbarkeit. „Mit der Einführung eines zentralen niederösterreichweiten Hämatologie-Tumorboards im vorigen Jahr mit Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen aus ganz Niederösterreich, wird für alle niederösterreichischen Patientinnen und Patienten der Zugang zur bestmöglichen Therapie unabhängig vom Wohnort gewährleistet “, freut sich Prim. Wiesholzer.
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Prim Clin. Ass. Prof. Dr. Martin Wiesholzer, Leiter der Klinischen Abteilung für Innere Medizin 1
Fotocredit: UK St. Pölten
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Universitätsklinikum St. Pölten: Welt-Krebs-Tag am 4. Februar: Das UK St. Pölten als niederösterreichisches Zentrum für Bluterkrankungen
