Eine normale Schwangerschaftsdauer beträgt durchschnittlich 38 bis 42 Schwangerschaftswochen. Babys, die vor der abgeschlossenen 37. Schwangerschaftswoche geboren werden, bezeichnet man auch als Frühgeborene. Die moderne Medizin macht es möglich, dass sogar frühgeborene Babys ab einem Geburtsgewicht von unter 500 Gramm ein gutes Outcome haben. Das Ziel muss es aber bleiben, Frühgeburtlichkeit zu verhindern.
„Die bestmögliche Betreuung von Frühgeborenen setzt höchste fachliche Kompetenz, spezielles Equipment und kontinuierliches Training voraus. An der Klinischen Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde des Universitätsklinikums St. Pölten können regelmäßig praxisnahe Übungen stattfinden um im Ernstfall bestmöglich ausgebildet agieren zu können“, betont der für Kliniken zuständige Landesrat Anton Kasser.
Strukturen zur Versorgung
Die Klinische Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Universitätsklinikum St. Pölten, unter der Leitung von Prim. Assoc. Prof. PD Dr. Thomas Eiwegger, betreut jährlich rund 220 Babys, die stationäre oder intensivmedizinische Hilfe benötigen.
„Trotz aller Fortschritte der modernen Intensivmedizin muss das Ziel der Bemühungen einer modernen integrativen Medizin sein, präventive Konzepte, die Risikofaktoren aufzeigen, mit einer ausgezeichneten Versorgung der Frühgeburten zu verbinden. Dazu sind gezielte Maßnahmen im Sinne von Präventions- und Nachsorgeprogrammen notwendig, wie sie in Zusammenarbeit mit den Klinischen Abteilungen für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie der Inneren Medizin 1 implementiert werden. Dabei wird auf Aufklärung, zeitgerechte Zuweisung von Hochrisikoschwangerschaften ans Universitätsklinikum und hochqualifizierte internistische Betreuung dieser Patientinnen gesetzt. Diese Initiativen werden laufend ausgebaut.
Die multidisziplinäre, intensivmedizinische Versorgung von Frühgeborenen in St. Pölten entspricht höchsten internationalen Standards. Um das zu gewährleisten, erfolgt die Teilnahme am globalen Vermont Oxford Netzwerk und am österreichischen Neugeborenen-Register. Dies erlaubt die Qualität der Versorgung mit anderen Zentren zu vergleichen, voneinander zu lernen und laufend besser zu werden.
Darüber hinaus sichert die Abteilung durch ständige Bereitschaft ihrer Oberärztinnen und Oberärzte die Versorgung von Neugeborenen-Notfällen in der Region Niederösterreich Mitte und bei speziellen intensivmedizinischen Notfällen bei Neugeborenen durch den Neonatalen Intensivtransport für ganz Niederösterreich.“, betont Prim. Eiwegger.
Die Leiterin der Neonatologie, Dr. Barbara Badinger-Sobotka, hebt hervor, dass die richtige Ernährung in der Entwicklung des Gehirns und der Darmflora eine entscheidende Rolle spielt. „Muttermilch ist für alle Neugeborenen ideal und wirkt insbesondere auf die Verdauungsorgane von Frühgeborenen wie Medikamente. Doch nicht immer ist Stillen möglich. Aus diesem Grund gibt es seit 2018 eine sogenannte Humanmilchbank an der Frühgeborenen-Intensivstation am Universitätsklinikum St. Pölten. Frauenmilch wird nach strengen Qualitätsanforderungen ausgewählt und stellt sicher, dass vor allem Frühgeborene die Milch erhalten, die sie benötigen. Frauenmilch versorgt die Babys mit den richtigen Eiweißen, Fetten und Kohlehydraten und liefert wichtige Immunstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.“
„Die Eltern von Frühgeborenen werden von Anfang an schrittweise in die Pflege miteinbezogen. Das ist in einer emotionalen Ausnahmesituation wie dieser besonders wichtig, weil sich viele Gedanken um den Gesundheitszustand und die Zukunft ihres Kindes drehen. Unsere Aufgabe ist es, den Eltern das Gefühl zu geben, dass sie mit der Situation nicht alleine sind, ihre Kompetenzen während des Klinikaufenthaltes zu stärken und sie für die Zeit daheim optimal vorzubereiten“, betont Ilse Stadler, Stationsleitung der Frühgeborenen-Intensivstation.
Bildtext v.l.:
Foto 1: DGKP Daniela Köberl, DGKP Tina Markart, DGKP Claudia Stiefsohn und DGKP Sabine Rauner mit Mama Tamara Zöchmeister und Frühchen Hannah
Foto 2: Das Team der Klinischen Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde
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