Alzheimer wird oft die Krankheit des 21. Jahrhunderts genannt, denn unsere Gesellschaft wird immer älter und dadurch steigen auch die Alzheimerfälle signifikant an. Sie ist eine neurodegenerative Erkrankung. Charakteristisch ist eine zunehmende Verschlechterung der kognitiven Leistungsfähigkeit, die in der Regel mit einer Abnahme der täglichen Aktivitäten, mit Verhaltensauffälligkeiten und neuropsychologischen Symptomen einhergeht. Sie ist für 60-80% der Demenzen verantwortlich und kann bis heute noch nicht geheilt werden.
Die Abklärung einer Demenzerkrankung basiert auf klinisch-nervenärztlichen Befunden, den Ergebnissen von Untersuchungen der Blut- und Liquor-Analysen, struktureller Untersuchungen, wie z.B. CT und MR sowie spezieller neuropsychologischer Untersuchungen. Dabei werden mit psychologischen Testverfahren kognitive Bereiche wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und logisches Denken überprüft.
„Die Abklärung sollte möglichst früh erfolgen, da ein rechtzeitiger Therapiebeginn die Prognose günstig beeinflussen kann. Nicht alle Demenzursachen sind geklärt, trotzdem können einige Formen medikamentös behandelt, bzw. die Symptome dadurch abgeschwächt werden“, so Prim. Assoc. Prof. PD Dr. Stefan Oberndorfer, Leiter der Klinischen Abteilung für Neurologie am Universitätsklinikum St. Pölten.
Für neurodegenerative Erkrankungen wie etwa Alzheimer sind der Nervenzellenverlust und die Ablagerung von Proteinen im Hirngewebe charakteristisch. Der Krankheitsverlauf ist gut erforscht. Giftige Eiweiße wie Amyloid und Tau-Protein formen im Gehirn Fädchen und steinharte Klumpen, so groß wie Hirsekörner. Die Folge sind irreparable Schäden im Geflecht der Nervenzellen. Die Alzheimer-Krankheit beeinträchtigt das Gedächtnis und andere seelische Leistungen wie Denken und Sprache. Sie kann auch andere Schwierigkeiten wie Verwirrtheit, Veränderungen der Stimmung und Desorientierung hervorrufen.
„Da eine kausale Therapie der meisten Demenzerkrankungen noch nicht möglich ist, muss der Behandlungsplan für diese Gruppe von Erkrankungen breit angelegt sein. Die grundlegenden Ziele der Behandlung sind eine Verzögerung des Fortschreitens der Erkrankung, eine möglichst lange Erhaltung der Selbständigkeit der Betroffenen, sowie die Optimierung der Betreuungssituation, so Prim. Assoc. Prof. PD Dr. Stefan Oberndorfer, Leiter der Klinischen Abteilung für Neurologie am Universitätsklinikum St. Pölten.
Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt in der Behandlung ist auch die Begleitung und Unterstützung von Angehörigen. Das Aufzeigen von möglichen Hilfestellungen, der Verweis auf spezialisierte Einrichtungen sowie allgemeine Informationen zu Demenzerkrankungen gehören ebenfalls zum Betreuungskonzept der Gedächtnisambulanz am Universitätsklinikum St. Pölten.
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Prim. Assoc. Prof. PD Dr. Stefan Oberndorfer, Leiter der Klinischen Abteilung für Neurologie am Universitätsklinikum St. Pölten.
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