Man unterscheidet zwischen drei Arten von Schlaganfällen: 85 % der Schlaganfallpatienteninnen und -patienten erleiden einen ischämischen Schlaganfall, welcher die Folge einer Unterbrechung der Blutversorgung im Gehirn ist. Die Nervenzellen erhalten zu wenig Sauerstoff und sterben ab. Beim hämorrhagischen Schlaganfall, auch Hirnblutung genannt, bildet sich durch das Platzen eines Gefäßes im Gehirn ein Bluterguss. Es kommt zu Störungen im betroffenen Gebiet und zum Absterben von Gehirnzellen. Die Transitorische ischämische Attacke (TIA) gilt als Vorbote des Schlaganfalls und entsteht durch eine mangelhafte Versorgung bestimmter Hirnareale mit Sauerstoff. Eine medizinische Abklärung ist dringend angeraten, um das Risiko eines nachfolgenden Schlaganfalls zu mindern.
Alle Schlaganfallarten haben jedoch eines gemeinsam: „Eine rasche Alarmierung des Notrufs 144 und die Behandlung in der Stroke Unit - eine spezielle Einrichtung im Universitätsklinikum St. Pölten an der Klinischen Abteilung für Neurologie mit speziell auf Schlaganfälle geschultem Personal - innerhalb der ersten 4 bis 5 Stunden ist entscheidend, um Folgeschäden wie Sprachstörungen oder Lähmungen zu verhindern und möglichst viele Nervenzellen zu erhalten. Auch moderne Schlaganfalltherapie, wie die Thrombektomie, kann in Zusammenarbeit der Radiologie, der Neurochirurgie, der Anästhesie und Intensivmedizin sowie der Neurologie im Universitätsklinikum St. Pölten durchgeführt werden. Eine ebenso bedeutende Rolle spielt die Durchführung geeigneter Rehabilitationsmaßnahmen, um verlorene Funktionen wieder zu erlernen und den Heilungsprozess optimal zu unterstützen“, so Prim. Assoc. Prof. PD Dr. Stefan Oberndorfer, Leiter der Klinischen Abteilung für Neurologie am Universitätsklinikum St. Pölten.
Die häufigsten Symptome eines Schlaganfalls sind:
- Lähmungen und Taubheitsgefühle: einseitiges Taubheits- oder Lähmungsgefühl im Arm-, Bein- Gesichtsbereich, einseitig herabhängender Mundwinkel, gestörtes Berührungsempfinden
- Sprachstörungen: undeutliche und stockende Sprache, verminderte Ausdrucksfähigkeit, oft wird das Gesprochene nicht mehr verstanden und sprachlichen Anweisungen kann nicht Folge geleistet werden
- Sehstörungen: verschwommenes Sehen, Doppelbilder, eingeschränktes Gesichtsfeld bis hin zur vorübergehenden Erblindung
- starke, kaum zu ertragende Kopfschmerzen als Begleiterscheinung von Blutungen im Gehirn
Durch einen gesunden Lebensstil und der Vorbeugung von Risikofaktoren, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Rauchen, hoher Alkoholkonsum, Übergewicht, Diabetes, mangelnder Bewegung und Stress könnte jeder zweite Schlaganfall verhindert werden.
Bildtext
Bild 1:
v. l. n. r. DGKP Aloisia Biermayr und DGKP Katharina Fleischhacker an der Klinischen Abteilung für Neurologie am Universitätsklinikum St. Pölten
Bild 2:
Prim. Assoc. Prof. PD Dr. Stefan Oberndorfer, Leiter der Klinischen Abteilung für Neurologie am Universitätsklinikum St. Pölten
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