Die Pflegequalitätserhebung 2.0 wird vom Institut für Pflegewissenschaften der Medizinischen Universität Graz in Kooperation mit der Universität Maastricht durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine jährliche, unabhängige Messung der Pflegequalität verschiedener Kliniken. Die Pflegedirektorinnen der Universitätskliniken Krems und St. Pölten haben sich daher zusammengeschlossen, um Einblicke in die Behandlung und Prävention, sowie einen Überblick über das Ausmaß von Pflegeindikatoren und abzuleitende Maßnahmen ihrer Einrichtungen zu erlangen. Gleichzeitig steht vor allem die Vernetzung der Pflegepersonen untereinander besonders im Vordergrund: „Jede Station arbeitet anders, jeder hat andere Erfahrungen. Es ist wertvoll sich auszutauschen und zu sehen, wie unsere KollegInnen in anderen Kliniken vorgehen und wie sie ihren Arbeitsalltag gestalten“, erklärt Ulrike Marian, Stationsleitung der Klinischen Abteilung für Urologie am UK Krems.
Am 10. November startete die Pflegequalitätserhebung im Universitätsklinikum St. Pölten. Stationsleitungen der entsprechenden Abteilungen aus dem Universitätsklinikum Krems hatten neben der eigenständigen Erhebung der pflegerelevanten Daten somit die Chance, ihren KollegInnen in St. Pölten über die Schulter zu schauen. Anhand eines standardisierten Fragebogens wurden die erhobenen Daten unmittelbar übertragen, um so eine nachträgliche Überarbeitung auszuschließen. „Für mich war vor allem neben der Erhebung der vorgegebenen, pflegerelevanten Themen, der persönliche Austausch und das vergleichen von Prozessen und Arbeitsabläufen ein persönlicher Mehrwehrt. Außerdem sehe ich die Vernetzung in eine andere Klinik mit selber Fachabteilung voller Chancen und Möglichkeiten“, so Angelika Köck, BSc, Stationsleitung der Klinischen Abteilung für Hals-Nasen-Ohren, Station 2.
Am 11. November übernahmen die Pflegepersonen des UK St. Pölten die Erhebung und fanden sich im UK Krems ein, um sich dieser verantwortungsvollen Aufgabe zu stellen. Die aufwändige Auswertung der Daten übernimmt das Institut für Pflegewissenschaften der Medizinischen Universität in Graz, die aufbereitete Ergebnispräsentation wird voraussichtlich Anfang 2022 sattfinden. „Die Ergebnisse werden sowohl jene Bereiche hervorheben, in welchen wir besonders gute Leistung erbringen, aber auch jene Dinge aufzeigen, in welchen Handlungsbedarf besteht. Diesen Schritt der Pflegequalitätserhebung 2.0 zu gehen, bietet nicht nur unseren MitarbeiterInnen, sondern vor allem auch den uns anvertrauten PatientInnen einen unglaublichen Mehrwert zur Verbesserung der Pflegequalität“, erklärt Annette Wachter, MMSc, Pflegedirektorin am UK Krems. Vor allem der Vergleich über die Niederösterreich-Grenzen hinaus ist besonders interessant. So können sich aufgrund der standardisierten Fragen nicht nur die Universitätskliniken untereinander, sondern mit den unterschiedlichsten Einrichtungen in ganz Österreich, der Schweiz oder z. B. auch den Niederlanden vergleichen.
Die vom 10. bis 12. November durchgeführte Erhebungsphase konnte durch den aktiven und fachlichen Austausch einen Mehrwert für beide Kliniken mit sich bringen. Das Engagement ihrer KollegInnen weiß PhDr. Michaela Gansch, MSc, Pflegedirektorin am UK St. Pölten besonders zu schätzen: „Ich bin besonders stolz auf unsere MitarbeiterInnen, stolz, dass wir uns gemeinsam um zentrale Pflegethemen kümmern und vor allem auch, dass wir uns gemeinsam auf diese neue Herausforderung eingelassen haben.“
BILDTEXT
Pflegepersonen der Universitätskliniken St. Pölten und Krems am ersten Erhebungstag im UK St. Pölten
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