Universitätsklinikum St. Pölten: Mangelernährung schon bei Aufnahme erkennen

ST. PÖLTEN – Ende November fand im Universitätsklinikum St. Pölten eine Fortbildung zum Thema „Mangelernährung“ statt. Dabei wurde das „Mangelernährungsscreening“ präsentiert, das seit Anfang 2016 an der Klinischen Abteilung für Innere Medizin 1 am Universitätsklinikum St. Pölten umgesetzt wird. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten mit der Diagnose Mangelernährung bereits bei der stationären Aufnahme einer adäquaten ernährungsmedizinischen Betreuung zuzuführen.

Organisiert wurde die Veranstaltung „Mangelernährung“ vom Ernährungsteam  des Universitätsklinikums St. Pölten, bei der auch das neu entwickelte Mangelernährungsscreening vorgestellt wurde. 

Menschen unserer Zeit werden immer älter, leiden häufiger an chronischen Erkrankungen, sind öfters alleinstehend und haben, nicht zuletzt deshalb, ein erhöhtes Risiko einer Mangelernährung. Durch die hohe Prävalenz von Übergewicht und Adipositas wird dies in sehr vielen Fällen nicht oder zu spät erkannt.  

Führende europäische Ernährungsgesellschaften empfehlen bei Aufnahme in einem Klinikum, ein Mangelernährungsscreening durchzuführen. Die Auswertung beim internationalen „nutritionDay“ zeigte, dass bei 20 bis 40 % der stationär aufgenommenen Patientinnen und Patienten eine Mangelernährung vorliegt. Der „nutritionDay“ ist die weltweit größte Untersuchung zur Ernährungssituation in Kliniken und Pflegeeinrichtungen, die Aufschluss über die Ernährungsgewohnheiten der Patientinnen und Patienten gibt, bzw. ob eine Mangelernährung vorliegt. Außerdem wird damit die Aufmerksamkeit für    Mangelernährung erhöht.

Beim Screening werden die Größe des Patienten, das aktuelle Gewicht und das Gewicht von vor drei Monaten erfasst. Weiters wird der Patient befragt, ob es aufgrund von Appetitlosigkeit, Kau- und oder Schluckbeschwerden, bzw. Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, zu einem Rückgang der Nahrungsaufnahme gekommen ist. Von einer Ärztin bzw. einem Arzt wird anschließend die Erkrankung erhoben und eingetragen. Das Mangelernährungsscreening ist mit einem Punktescore hinterlegt, ab drei Punkten geht man von einer Mangelernährung aus.

„Ziel ist es, Patientinnen und Patienten mit der Diagnose Mangelernährung bereits bei der stationären Aufnahme einer adäquaten ernährungsmedizinischen Betreuung zuzuführen. Durch das Screening ist eine deutliche Qualitätsverbesserung in der Versorgung und eine optimiertere Betreuung unserer Patientinnen und Patienten möglich“, so Edith Sommerauer, BSc, Leitende Diätologin am Universitätsklinikum St. Pölten.

Das Mangelernährungsscreening wurde an der Klinischen Abteilungen für Innere Medizin 1 am Universitätsklinikum St. Pölten durchgeführt. Die Ergebnisse des Screenings zeigten deutlich, dass Patientinnen und Patienten bereits bei der stationären Aufnahme eine Mangelernährung aufweisen. Als Hauptgründe für den Rückgang der Nahrungsaufnahme wurden Appetitlosigkeit sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall genannt.

Diese Ergebnisse machen deutlich, dass die Umsetzung eines Mangelernährungs-screenings für alle Patientinnen und Patienten Vorteile bringt.

 

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v.l.n.r.:  Priv. Doz. Mag. Dr. Karin Schindler (Medizinische Universität Wien), OÄ Dr. Claudia Mirth, MBA (Universitätsklinikum St. Pölten),  Edith Sommerauer, BSc, Leitende Diätologin, (Universitätsklinikum St. Pölten), Katharina Bruch, Diätologin (Universitätsklinikum St. Pölten), Dr. Thomas Gamsjäger, MSc, Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum St. Pölten

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