Universitätsklinikum St. Pölten: Erste autologe Stammzelltransplantationen Niederösterreich

ST. PÖLTEN – Vor kurzem wurde die erste autologe Stammzelltransplantation in Niederösterreich an der Klinischen Abteilung für Innere Medizin 1 am Universitätsklinikum St. Pölten erfolgreich durchgeführt. Die autologe Transplantation von Stammzellen des Knochenmarks ist für ausgewählte Patientinnen und Patienten mit bösartigen Erkrankungen eine wichtige lebensverlängernde und unter Umständen lebensrettende Therapie.

Mit der Eröffnung von zwei neuen Stammzelltransplantationseinheiten an der Klinischen Abteilung für Innere Medizin 1 am Universitätsklinikum St. Pölten und den damit verbundenen Isoliermöglichkeiten, werden sowohl die Behandlungsmöglichkeiten von Patientinnen und Patienten mit bösartigen Bluterkrankungen optimiert, als auch die Voraussetzungen für die Einführung der autologen Stammzelltransplantation in Niederösterreich geschaffen“, erklärt LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf.

Derzeit werden rund 50 niederösterreichische Patientinnen und Patienten mit dieser aufwendigen Therapieform in umliegenden Bundesländern behandelt. Durch die Etablierung der autologen Stammzelltransplantation am Universitätsklinikum St. Pölten können Patientinnen und Patienten aus Niederösterreich zukünftig im  eigenen  Bundesland behandelt werden. Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt  in der Versorgung niederösterreichischer Patientinnen und Patienten  mit  hämato-onkologischer Spitzenmedizin.

Der Ablauf der autologen Stammzelltransplantation ist folgender: Nach Erhalt einer anfänglichen Chemotherapie über mehrere Monate, um die Erkrankung zurückzudrängen, wird das Knochenmark der Patientinnen und Patienten mit Hilfe von Wachstumsfaktoren sehr stark stimuliert, sodass die Mutterzellen der Blutzellen für kurze Zeit aus dem Knochenmark in das Blut ausgeschwemmt werden. Diese Knochenmarkstammzellen des Patienten werden gesammelt und für die weitere Verwendung tiefgefroren (Stammzellernte). Vor der endgültigen Stammzellrückgabe  erhält die Patientin bzw. der Patient eine sehr hochdosierte Chemotherapie, welche die wenigen noch übrig gebliebenen Krebszellen abtöten soll. Gleichzeitig führt diese Chemotherapie aber auch zu schweren Schäden im gesunden Knochenmark. Durch die Rückgabe der patienteneigenen Knochenmarkstammzellen gelingt es jedoch, das Knochenmark in wenigen Tagen wiederherzustellen.

Zur Durchführung der autologen Knochenmarktransplantation steht am Universitätsklinikum St. Pölten ein erfahrenes Ärzte- und Pflegeteam zur Verfügung. Ergänzt wird das Team durch engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinischen  Psychologie,  des Klinischen Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie der Diätologie. Darüber hinaus steht die Unterstützung von Seiten der Klinischen Institute für Hygiene und Mikrobiologie und für Medizinische Radiologie, Diagnostik, Intervention sowie der Klinischen Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, bis hin zur Möglichkeit einer Nierenersatztherapie im Falle von Komplikationen, zur Verfügung.


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Alexandra Manhart, OA Dr. Gerhard Krajnik (Klinische Abteilung für Innere Medizin 1), OÄ Dr. Petra Pichler (Klinische Abteilung für Innere Medizin 1), LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf, Prim. Assoc. Prof. Dr. Martin Wiesholzer (Klinische Abteilung für Innere Medizin 1)

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