Universitätsklinikum St. Pölten: Den Körper nach dem Tod der Lehre und Forschung zur Verfügung stellen

ST. PÖLTEN – Körperspenden haben in der Medizin eine wichtige Bedeutung, da Lehre und Forschung ohne sie nicht möglich wären. Seit Kurzem haben nun auch Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher die Möglichkeit, ihren Körper nach dem Ableben der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems zu spenden und somit der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen. Am Universitätsklinikum St. Pölten können Studentinnen und Studenten sowie Ärztinnen und Ärzte, im Rahmen der Ausbildung, den menschlichen Körper Schritt für Schritt erforschen.

Das Wissen über die Anatomie des Menschen ist für Ärztinnen und Ärzte unverzichtbar. Um dieses Wissen zu erlangen, ist die Medizin auf Körperspenden angewiesen. Aus diesem Grund wurde der ehemalige  Archivraum am Klinischen  Institut für Pathologie  am Universitätsklinikum St. Pölten  komplett umgebaut. Die Planung, Finanzierung und Realisierung des Projektes erfolgte gemeinsam durch die Karl Landsteiner Privatuniversität und die Technische Abteilung des Universitätsklinikums. Die für die Körperspenden vorgesehenen Lagerungsgefäße, sogenannte Küvetten sind mit Konservierungslösung gefüllt. Nach erfolgter Konservierung kann nun im praktischen Unterricht an einem echten menschlichen Organismus erlernt werden, wie der Körper aufgebaut ist.

„Die Besonderheit am Universitätsklinikum St. Pölten ist die sehr lebensechte Konservierungsmethode. Zuerst erfolgt eine Injektion von Konservierungsflüssigkeit in die Blutgefäße, danach wird der Körper im Immersionsraum für ca. 8 – 10 Monate in den Küvetten in eine zweite Flüssigkeit eingelegt. Diese Vorgehensweise ist wichtig, um die Beweglichkeit der Gelenke, sowie die Konsistenz und Farbe der Organe zu erhalten“, betont Univ.-Prof. Dr. Johannes Streicher, Leiter des Departments für Anatomie und Biomechanik an der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften Krems.

„Es ist wichtig, unsere Studentinnen und Studenten behutsam und mit Unterstützung von Tutorinnen und Tutoren sowie Ärztinnen und Ärzten in diesen sensiblen Bereich einzuführen. Der praktische Unterricht findet deshalb ausschließlich in Kleingruppen statt. Außerdem gibt es immer die Möglichkeit, über Empfindungen offen zu sprechen, da dieses Thema viele Studentinnen und Studenten bewegt“, so Prim. Assoc. Prof. Dr. Christoph Hörmann, Leiter der Klinischen Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum St. Pölten.

Menschen, die daran interessiert sind, ihren Körper nach dem Ableben der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen, können sich an die Karl Landsteiner Privatuniversität wenden und Unterlagen anfordern oder sich in einem telefonischen Gespräch beraten lassen. Nach der Zahlung eines Kostenbeitrages wird eine Vereinbarung unterzeichnet und Körperspenderinnen und Körperspender erhalten einen Ausweis.

 

Bildtext
Mag.a Sabine Siegl, Prorektorin der Karl  Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften Krems, Univ.-Prof. Dr. Johannes Streicher, Leiter des Departments für Anatomie und Biomechanik an der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften Krems, Univ.-Prof. Dr. Rudolf Mallinger, Rektor der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften Krems, Mag. Dr. Bernhard Kadlec, Kaufmännischer Direktor am Universitätsklinikum St. Pölten, OÄ Dr. Melitta Kitzwögerer, Klinisches Institut für Pathologie, Prim. Assoc. Prof. Dr. Christoph Hörmann, Leiter der Klinischen Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, Annette Wachter, MSc, Bereichsleitung und stellvertretende Pflegedirektorin, Ing. Christian Müllner, MSc, MBA, Leiter der Technischen Abteilung und stellvertretender kaufmännischer Direktor, Ing. Christian Speiser, Assistent der Technischen Leitung
 

Medienkontakt
DI (FH) Thomas Wallner MA
Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum St. Pölten
Tel.: +43 (0) 2742 9004 10030
E-Mail senden >>

145 0 145 0