Gastgeber war die Klinische Abteilung für Innere Medizin 3 unter der Leitung von Prim. Univ.-Prof. Julia Mascherbauer. Die Kursdirektoren OA Dr. Konstantin Schwarz und OA Dr. Maximilian Will gestalteten das Meeting gemeinsam mit international renommierten Expertinnen und Experten, darunter Prof. Dr. med. Kambis Mashayekhi (Chefarzt Innere Medizin und Kardiologie MEDICLIN Herzzentrum Lahr), PD Dr. Gregor Leibundgut (Leiter der Kardiologie am Universitätsspital Basel) und Dr. med. Felix J. Woitek (Oberarzt am Universitätsklinikum Dresden).
Ein Highlight des Kongresses bildeten die hochkomplexen Live-Prozeduren, die von österreichischen und internationalen Teams im Herzkatheterlabor durchgeführt und direkt in den Vortragssaal übertragen wurden. Ergänzend dazu erfolgten Live-Zuschaltungen aus Malta, Aberdeen und London. Insgesamt wurden drei Fälle des innovativen perkutanen transaxillären Zugangs sowie mehrere komplexe Wiedereröffnungsprozeduren von chronisch totalen Verschlüssen der Koronargefäße inklusive zwei Hochrisiko-Prozeduren (CHIP) unter Einsatz einer kreislaufunterstützenden Pumpe vorgestellt. Der innovative perkutane transaxilläre Zugang ist eine moderne Methode, bei der Herzkatheter-Eingriffe über die Achselarterie minimal invasiv durchgeführt werden – vor allem dann, wenn andere Zugänge nicht geeignet sind. CHIP-Prozeduren sind besonders anspruchsvolle Herzkatheter-Eingriffe bei Patientinnen und Patienten, deren Situation komplex oder risikoreich ist. Ziel ist es, trotz schwieriger Ausgangslage die Durchblutung des Herzens sicher wiederherzustellen.
Das diesjährige Meeting legte einen besonderen Fokus auf zwei zentrale Bereiche. Zum einen stand die Ausbildung inklusive Buddy-System bei CHIP-Prozeduren im Mittelpunkt. Das Buddy-System bedeutet, dass bei komplexen Prozeduren zwei erfahrene Operateurinnen und Operateure zusammenarbeiten. Die Evidenz zeigt, dass dieses Vorgehen zu einer deutlich reduzierten Komplikationsrate führt. Im Rahmen des Meetings wurden junge interventionelle Kardiologinnen und Kardiologen bewusst in die Panels eingebunden, um den fachlichen Austausch zwischen erfahrenen und nachkommenden Kolleginnen und Kollegen zu intensivieren und ein praxisnahes Lernumfeld zu schaffen. Zum anderen wurde der transaxilläre Zugang als bedeutendes Zukunftsthema hervorgehoben. Die Live-Cases aus internationalen Zentren verdeutlichten, welches Potenzial dieser alternative Zugang in komplexen Situationen bietet und wie die damit verbundene Expertise in Österreich weiter ausgebaut werden kann. Neben den Live-Prozeduren bot das Meeting ein vielfältiges Rahmenprogramm mit ausführlichem Expertenaustausch.
Die Kombination aus interaktiven Formaten, hochkarätigen internationalen Gästen und dem außergewöhnlichen wissenschaftlichen Niveau fand große Resonanz. Die teilnehmenden Fachkolleginnen und -kollegen lobten insbesondere die exzellente Organisation sowie die Live-Demonstrationen in höchster Qualität. Besonders hervorgehoben wurde das Herzkatheter-Team des Universitätsklinikums St. Pölten, das für seine technische Expertise, die reibungslose Zusammenarbeit und die professionelle Durchführung der live übertragenen Prozeduren breite Anerkennung erhielt.
Bildtext:
Foto 1: Prim. Univ.-Prof. Dr. Julia Mascherbauer (Mitte) und 1. OA Dr. Konstantin Schwarz, PhD (rechts daneben) mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern des CHIP-Meetings
Foto 2: Live-Übertragung aus dem Herzkatheterlabor
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