Universitätsklinikum St. Pölten: Apotheke des Universitätsklinikums beim 22. EAHP Kongress in Cannes stark vertreten

ST. PÖLTEN – Der 22. EAHP Kongress in Cannes, der größte Krankenhauspharmazie- Kongress Europas, fand heuer mit großer internationaler Beteiligung unter dem Thema „Krankenhausapotheker – Katalysatoren für den Wandel“ statt. Bei der begleitenden Posterausstellung war auch die Apotheke des Universitätsklinikums St. Pölten mit zwei wissenschaftlichen Beiträgen vertreten.

Im Rahmen des Kongresses der European Association of Hospital Pharmacists in Cannes stellten Krankenhausapothekerinnen und Krankenhausapotheker aus ganz Europa auch heuer wieder ihre Arbeiten vor. Von 1.200 Einreichungen wurden 600 Poster durch das Scientific Committee angenommen. Zwei der vier österreichischen Beiträge kamen aus der Apotheke des Universitätsklinikums St. Pölten.

Als Beispiel für eine „Good Practice Initiative“ präsentierten Mag. Claudia Wunder, MBA, aHPh, Qualitätsmanagementbeauftragte der Apotheke  und  Klinische  Pharmazeutin  und Dr. Szabolcs Tobi, Leiter der Apothekenlogistik, ihr Poster mit dem Titel „Learning from Returns“. Durch falsche Lagerungs- oder Transportbedingungen können Arzneimittel Qualitätsmängel erleiden und in Folge einen Patientenschaden verursachen. Um den hohen Ansprüchen der Versorgung von sieben niederösterreichischen Kliniken gerecht zu werden, wird an einem umfassenden Qualitätsmanagementsystem gearbeitet. „Mit unserem Poster wollen wir eine alltagstaugliche Umsetzung der europäischen Richtlinien zum Umgang mit Retouren präsentieren“, erklären die Autoren. Sie konnten zeigen, dass ein valider Retourwarenprozess der Patientensicherheit dient und einen ökonomischen Benefit liefert. Darüber hinaus können Schwachstellen im Versorgungsprozess erkannt und geschlossen werden. Die präsentierten positiven Resultate bestätigen einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess der Arzneimittellogistik.

Das wissenschaftliche Projekt „Hypromellose prolongs the dissolution of ketamine out of gelatine capsules“ wurde sogar für einen Posterpreis nominiert und von  den  Autoren MMag. Ursula Länger, stellvertretende Herstellungsleitung und Mag. Georg Länger, Leitung Analytik, der interessierten Kollegenschaft auch in Form eines Vortrags präsentiert. Die verzögerte Freisetzung von Wirkstoffen wird breit eingesetzt, um länger anhaltende Effekte zu erzielen und die Therapietreue zu erhöhen. Viele von der pharmazeutischen Industrie eingesetzten Fertigungstechniken sind für die Herstellung von individuellen Zubereitungen in Apotheken nicht anwendbar. Um dennoch solche Effekte erzielen zu können, ist der Zusatz des Hilfsstoffes Hypromellose sehr vielversprechend. Ziel dieser Untersuchung war es, diese Annahme am Beispiel von Ketamin zu belegen. „Die Analysen haben klar gezeigt, dass Hypromellose einen enormen Einfluss hat und für eine gleichmäßige Wirkstoffabgabe aus der Kapsel über einen langen Zeitraum sorgt“, können die Autoren nun bestätigen.

 

Bildtext
Foto 1:
(v.l.) Mag. Georg Länger, MMag. Ursula Länger und Mag. Hermine Binder, aHPh, Leiterin Apotheke am Universitätsklinikum St. Pölten

Foto 2:
(v.l.) Mag. Claudia Wunder, MBA, aHPh und Dr. Szabolcs Tobi


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