Universitätsklinikum St. Pölten: Anonyme Geburt – Hilfe wenn es ausweglos erscheint

ST. PÖLTEN - Es gibt Lebensumstände, die es Frauen unmöglich machen, ihr Kind nach der Geburt zu versorgen oder großzuziehen. In dieser für die Frauen verzweifelten und oftmals ausweglosen Situation setzt das Angebot der „Anonymen Geburt“ an. Ohne den Namen zu nennen, können diese Frauen in einer geschützten Klinikumsatmosphäre entbinden. Das Kind wird danach häufig zur Adoption freigegeben. Seit 2009 haben 16 Kinder im Rahmen der „Anonymen Geburt“ im Universitätsklinikum St. Pölten das Licht der Welt erblickt.

In Niederösterreich kann an 18 Klinikstandorten anonym entbunden werden und zwar kostenlos, unbürokratisch und völlig ohne Angaben zur eigenen Person.

Es kann sein, dass die werdende Mutter bereits während der Schwangerschaft die Ambulanz aufsucht und den Wunsch nach einer „Anonymen Geburt“ äußert, oder sie kommt erst mit Wehen das erste Mal ins Klinikum. Die Frau entscheidet, wie sie vom geburtshilflichen Team angesprochen werden möchte.

„Im Rahmen einer „Anonymen Geburt“ bringt die Frau das Kind unter medizinischer Betreuung zur Welt. „Die „Anonyme Geburt“ läuft wie eine normale klinische Geburt ab. Sie unterscheidet sich alleine dadurch, dass  die Frau ihre Personalien nicht angeben oder andere Formalitäten erfüllen muss“, so Ing. Mag. Bettina Maderner B.E.d. MA,  Leiterin des Hebammenteams am Universitätsklinikum St. Pölten.

Nach der Geburt entscheidet die Frau, ob sie ihr Kind sehen will oder nicht. Sie kann natürlich Zeit mit ihrem Baby verbringen, einen Fußabdruck zur Erinnerung aufbewahren oder ihrem Kind einen Brief schreiben. Diese Zeilen werden 50 Jahre lang an der zentralen Adoptionsstelle beim Amt der NÖ Landesregierung aufbewahrt.
Das Jugendamt übernimmt nach einer „Anonymen Geburt“ die Verantwortung für das Kind und sucht aus einem Kreis der Adoptivwerber eine geeignete Familie aus, um es in deren Pflege zu übergeben. Die Frauen haben immer noch die Möglichkeit, innerhalb von acht Wochen nach der Geburt ihren vorerst gefassten Entschluss noch zu ändern und ihr Kind zu sich zu nehmen.

Für Frauen die ungewollt schwanger werden oder ihre Schwangerschaft verbergen möchten, ist die  „Anonymen Geburt“ ein Angebot, um in einer herausfordernden Situation zu helfen und sie, während und nach der Geburt umfassend zu betreuen. Auch  Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen können anonym und kostenlos in Anspruch genommen werden.

„Die „Anonymen Geburt“ ist unser Beitrag, dass eine für manche Frauen sehr belastende Lebenssituation gemeistert werden kann. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen eine geschützte Atmosphäre und bemühen sich um das Wohl der werdenden Mutter sowie des Kindes, dem trotz schwieriger Umstände ein möglichst guter Start in das Leben gelingen soll“, so Dr. Thomas Gamsjäger, MSc, Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum St. Pölten.

Beratung und Hilfestellung bieten alle Jugendabteilungen der Bezirkshauptmannschaften bzw. die Jugendämter der Magistrate an. Ebenso erhalten Frauen Beratung und weiterführende Hilfe bei der Info-Hotline unter der Nummer + 43 2742 9005 16431 oder 16416.

 

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Baby auf Arm


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