Universitätsklinikum St. Pölten: Altersschwerhörigkeit - Presbyakusis

ST. PÖLTEN - Unter Altersschwerhörigkeit, auch Presbyakusis genannt, versteht man die mit zunehmendem Alter auftretende Verschlechterung des Hörvermögens im Vergleich zur Normalhörigkeit.

Da die Lebenserwartung der Bevölkerung zunimmt, wird auch die Anzahl an Menschen immer größer, die im fortgeschrittenen Alter eine technische Hörhilfe benötigen. Mit zunehmendem Alter ist das Auftreten einer sogenannten Altersschwerhörigkeit wahrscheinlicher, etwa 25 % aller Erwachsenen über 65 Jahren leiden an einer mittel- bis schwergradigen Hörstörung. Laut Statistik Austria ist der Anteil der über 65-jährigen im Land Niederösterreich mit 19,8 % beschrieben, 2030 sollte sich dieser auf 25,3 % erhöhen. Somit ist der Bedarf an Versorgungshilfen deutlich ansteigend.

In erster Linie werden die hohen Töne schlechter gehört und mit der Zeit wird auch das Sprachverständnis zunehmend schwieriger. Vor allem bei Hintergrundlärm wird  es immer problematischer einem Gespräch zu folgen. Ursache der Presbyakusis sind endogene und exogene Faktoren. Zusätzlich spielen genetische Einflüsse eine Rolle. Als potentiell negative exogene Einflussfaktoren gelten Lärm, Rauchen, Übergewicht, ototoxische Medikamente und Chemikalien sowie Infektionen.

Die erste Therapieoption für das Auftreten einer Altersschwerhörigkeit ist die Versorgung mit einem Hörgerät bei einem Facharzt im niedergelassenen Bereich. Ein Hörgerät kann das eigene Restgehör soweit verstärken, dass das Sprachverstehen wieder möglich wird. In vielen Fällen schreitet die Altersschwerhörigkeit jedoch soweit voran, dass ein konventionelles Hörgerät keinen Nutzen mehr bringt und die einzige Option die Versorgung mit einem Cochlea-Implantat ist.

„Für die Betroffenen ist es wichtig, so viel Lebensqualität wie möglich zurückzugewinnen. In den vergangenen 20 Jahren hat die Wissenschaft hier gewaltige Fortschritte gemacht. Cochlea-Implantate kommen dann zum Einsatz, wenn ein Hörgerät nicht mehr ausreicht, um dem oder der Betroffenen Sprachverstehen und die Teilnahme an der Umwelt zu ermöglichen“, so Prim. Univ.-Prof. Dr. Georg Sprinzl, Leiter der Klinischen Abteilung für Hals-Nasen-Ohren am Universitätsklinikum St. Pölten.

Ein Mensch, der nicht zufriedenstellend mit Hörhilfen versorgt ist, gerät in Gefahr, zunehmend in die soziale Isolation zu kommen. Depression und Aggression, sich und seinen
Menschen gegenüber, sind die Folgen. Ein Mensch, der sich nicht unterhalten kann, will auch nicht mehr gerne in Gesellschaft sein.

„Aufgrund unserer Erfahrungen ist allen hochgradig schwerhörigen Patientinnen und Patienten, die keinen Nutzen mehr von einem konventionellen Hörgerät haben, eine frühzeitige Versorgung mit einem  Hörimplantat unabhängig vom Alter zu empfehlen“, so Priv.-Doz. Dr. Astrid Magele, Oberärztin an der Klinischen Abteilung für Hals-Nasen-Ohren am Universitätsklinikum St. Pölten.

An der Klinischen Abteilung für Hals-Nasen-Ohren am Universitätsklinikum St. Pölten werden Menschen aller Altersklassen mit Hörimplantaten versorgt. Patientinnen und Patienten werden von Fachärztinnen und Fachärzten sowie Logopädinnen und Logopäden nach einer ausgiebigen audiologischen Untersuchung über die Möglichkeit einer Versorgung mit einer Hörhilfe aufgeklärt.

 

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Prim. Univ.-Prof. Dr. Georg Sprinzl, Leiter der Klinischen Abteilung für Hals-Nasen-Ohren am Universitätsklinikum St. Pölten


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