„Moderne Medizin bedeutet, innovative Behandlungsmöglichkeiten dort anzubieten, wo sie den Menschen unmittelbar zugutekommen. Das Universitätsklinikum St. Pölten leistet mit seiner langjährigen Expertise in der Cochlea-Implantat-Versorgung einen wichtigen Beitrag dazu, Menschen mit hochgradigem Hörverlust neue Chancen auf Kommunikation, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe zu eröffnen. Dieses Jubiläum steht beispielhaft für die hohe Qualität der Gesundheitsversorgung in Niederösterreich“, betont Landesrat Anton Kasser.
„Der Erfolg einer Cochlea-Implantat-Versorgung beruht auf dem engen Zusammenspiel vieler Berufsgruppen. Von der präzisen Diagnostik über die operative Versorgung bis hin zur individuellen Rehabilitation und lebenslangen Nachbetreuung arbeiten unsere Expertinnen und Experten Hand in Hand. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ist ein wesentlicher Baustein für die hohe Versorgungsqualität und den nachhaltigen Behandlungserfolg unserer Patientinnen und Patienten“, erklärt Elisabeth Bräutigam, Vorständin für Medizin und Pflege der NÖ Landesgesundheitsagentur.
Wieder hören, wieder teilhaben
Hörverlust bedeutet weit mehr als eine Einschränkung des Hörvermögens. Er kann die Kommunikation erschweren, soziale Kontakte beeinträchtigen und zu Isolation führen. Cochlea-Implantate ermöglichen vielen Betroffenen, Gesprächen wieder zu folgen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und ein hohes Maß an Selbstständigkeit zurückzugewinnen. Besonders eindrucksvoll sind die Erfolge bei Kindern mit angeborener Hörstörung. Dank moderner Früherkennung und frühzeitiger Versorgung können viele von ihnen eine altersgerechte Sprachentwicklung erreichen und ihren Bildungsweg ohne wesentliche Einschränkungen beschreiten. Auch für ältere Menschen eröffnen Cochlea-Implantate neue Perspektiven. Heute gilt ein hohes Lebensalter allein nicht mehr als Ausschlusskriterium für eine Versorgung. Vielmehr können Hörimplantate wesentlich dazu beitragen, Lebensqualität, soziale Teilhabe und Selbstständigkeit bis ins hohe Alter zu erhalten.
Medizinischer Fortschritt über ein Vierteljahrhundert
„Die Hörimplantat-Technologie hat sich in den vergangenen 25 Jahren rasant weiterentwickelt. Gleichzeitig konnten wir unsere chirurgischen Verfahren, diagnostischen Möglichkeiten und die individuelle Nachbetreuung kontinuierlich verbessern. Besonders stolz sind wir darauf, dass wir Menschen aller Altersgruppen sowie Patientinnen und Patienten mit ein- oder beidseitiger Ertaubung umfassend betreuen können. Seit Einführung der Cochlea-Implantat-Versorgung im Jahr 2001 wurden an unserer Abteilung bereits mehr als 1.500 Cochlea-Implantate eingesetzt – ein Meilenstein, der die langjährige Erfahrung und das Engagement unseres gesamten Teams widerspiegelt“, so Prim. Univ.-Prof. Dr. Georg Sprinzl, Leiter der Klinischen Abteilung für Hals-Nasen-Ohren.
Versorgung aus einer Hand
Der Erfolg einer Cochlea-Implantat-Versorgung beruht auf dem Zusammenspiel vieler Fachbereiche. Neben der Operation sind umfassende Diagnostik, individuelle Anpassung des Systems, Hörtraining, logopädische Betreuung und eine lebenslange Nachsorge entscheidend. Die Versorgung erfolgt daher interdisziplinär durch ein spezialisiertes Team
aus Medizin, Audiologie, Logopädie und weiteren Fachdisziplinen. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten langfristig bestmöglich zu begleiten und optimale Hörergebnisse zu erzielen.
Österreichweit anerkannte Qualität
Die hohe Expertise des Universitätsklinikums St. Pölten wurde 2024 mit einer besonderen Auszeichnung bestätigt: Die Klinische Abteilung für Hals-Nasen-Ohren erhielt als erste Einrichtung in Österreich das Zertifikat „Cochlea-Implantat versorgende Einrichtung“. Damit wurde offiziell bestätigt, dass sämtliche Anforderungen an Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität erfüllt werden und die Versorgung nach aktuellen wissenschaftlichen Standards erfolgt. Die Abteilung zählt zu den etablierten Zentren für Cochlea-Implantationen im deutschsprachigen Raum.
25 Jahre Cochlea-Implantat-Versorgung am Universitätsklinikum St. Pölten stehen für medizinischen Fortschritt, hohe fachliche Expertise und eine Versorgung, die Menschen mit hochgradigem Hörverlust neue Perspektiven eröffnet.
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v.l.n.r.:
Landesrat Anton Kasser, Prim. Univ.-Prof. Dr. Georg Sprinzl (Universitätsklinikum St. Pölten, Leitung Klinische Abteilung für Hals-Nasen-Ohren (HNO)), Mag. Dr. Elisabeth Bräutigam, MBA (NÖ LGA, Vorständin), OÄ Clin. Ass. Prof. Priv. Doz. Dr. Astrid Magele, MBA (Universitätsklinikum St. Pölten, Klinische Abteilung für HNO, Leitung Hörstörungsteam | Pädaudiologie), Max Schlögel (Universitätsklinikum St. Pölten, Klinische Abteilung für HNO, Leitung Medizinisch-technischer Dienst), Ing. Christian Müllner, MBA MSc (Universitätsklinikum St. Pölten, Kaufmännischer Direktor)
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