Neues Bestrahlungsgerät stärkt Versorgung mit Blutprodukten

ST. PÖLTEN - Mit September 2026 nimmt die Blutbank des Universitätsklinikums St. Pölten ein neues Bestrahlungsgerät modernster Technologie in Betrieb. Damit können künftig jährlich rund 1.200 benötigte bestrahlte Erythrozytenkonzentrate direkt vor Ort hergestellt werden. Besonders immungeschwächte Patientinnen und Patienten profitieren von der deutlich schnelleren Verfügbarkeit der speziell behandelten Blutprodukte – ein entscheidender Vorteil insbesondere bei akutem Bedarf. Gleichzeitig bringt die Eigenproduktion deutliche wirtschaftliche Vorteile.

Die beiden Blutbanken der NÖ Landesgesundheitsagentur am Universitätsklinikum St. Pölten und am Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf zählen zu den modernsten Transfusionsmedizinischen Zentren Österreichs. Mit dem neuen, rundum abgeschirmten Röntgengerät am Standort St. Pölten wird die technische Ausstattung nun um eine weitere moderne Technologie ergänzt.
Erythrozytenkonzentrate, umgangssprachlich häufig als „Blutkonserven“ bezeichnet, enthalten vorwiegend rote Blutkörperchen und kommen unter anderem bei Blutverlust oder bestimmten Erkrankungen zum Einsatz. Für besonders immungeschwächte Patientinnen und Patienten müssen diese Blutprodukte vor der Transfusion zusätzlich behandelt werden.

Bestrahlung schützt besonders vulnerable Patientinnen und Patienten
Bei der Bestrahlung werden teilungsfähige Lymphozyten, eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, gezielt daran gehindert, sich weiter zu vermehren. Dadurch kann eine seltene, aber schwerwiegende Immunreaktion verhindert werden. Bestrahlte Erythrozytenkonzentrate werden insbesondere bei immungeschwächten Patientinnen und Patienten benötigt. Dazu zählen beispielsweise Menschen mit onkologischen Erkrankungen, frühgeborene Kinder sowie bestimmte Patientinnen und Patienten nach operativen Eingriffen.

„Mit dem neuen Bestrahlungsgerät setzen wir am Universitätsklinikum St. Pölten auf modernste Technologie und stärken gleichzeitig die Versorgungssicherheit für unsere
Patientinnen und Patienten. Besonders bei akutem Bedarf ist es von großer Bedeutung, dass die benötigten Blutprodukte rasch direkt vor Ort bereitgestellt werden können.
Gleichzeitig reduzieren wir Transportwege und schaffen durch die Eigenproduktion wirtschaftliche Vorteile. Damit verbinden wir medizinische Qualität mit einem effizienten
Einsatz unserer Ressourcen“, betont der für die Kliniken zuständige Landesrat Anton Kasser.

Raschere Verfügbarkeit insbesondere bei akutem Bedarf
Am Universitätsklinikum St. Pölten werden jährlich rund 1.200 bestrahlte Erythrozytenkonzentrate benötigt. Bisher wurden diese vom Österreichischen Roten Kreuz bezogen. Mit der Inbetriebnahme des neuen Bestrahlungsgerätes können die benötigten Blutprodukte künftig direkt in der Blutbank des Universitätsklinikums hergestellt werden. Durch die Bestrahlung direkt vor Ort entfallen externe Beschaffungs- und Transportwege. Die benötigten Blutprodukte stehen dadurch deutlich schneller zur Verfügung – ein wesentlicher Vorteil insbesondere dann, wenn kurzfristig ein akuter Bedarf besteht.
Gleichzeitig ergeben sich durch den Wegfall des externen Ankaufs und der damit verbundenen Transportkosten deutliche wirtschaftliche Vorteile. Thrombozytenkonzentrate, also Konzentrate aus Blutplättchen, müssen hingegen in den meisten Fällen nicht zusätzlich bestrahlt werden. Sie werden überwiegend unter Anwendung
einer Pathogenreduktion hergestellt. Dieses Verfahren reduziert mögliche Krankheitserreger und macht gleichzeitig die enthaltenen Lymphozyten teilungsunfähig.

Blut als Lebenselixier – Blutspendemöglichkeiten in Niederösterreich
Blutspenderinnen und Blutspender sind wahre Lebensretter! Die Blutbanken am Universitätsklinikum St. Pölten sowie am Landesklinikum Gänserndorf-Mistelbach sind wichtige Partner der Gesundheitsversorgung in Niederösterreich, denn Blut zählt gerade in Notfällen nach wie vor zu den wichtigsten Medikamenten. Es kann nicht künstlich hergestellt werden und ist - gekühlt - nur 42 Tage lagerbar. Alleine in Niederösterreichs Landes- und Universitätskliniken werden jährlich rund 35.000 Blutkonserven benötigt und daher zählt wirklich jede Spende. 

Blutspenden ist jederzeit möglich – alle Termine in Ihrer Nähe gibt es unter: blutspenden.noe-lga.at






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Bild 1:
v.l.n.r.: Pflegedirektorin UK St. Pölten FH-Hon. Prof. PhDr. Michaela Gansch, MSc, Ärztliche Direktorin UK St. Pölten Priv.-Doz.Dr. Karin Pieber, OA Dr. Wolfgang Kram, Landesrat Anton Kasser, Kaufmännischer Direktor UK St. Pölten Ing. Christian Müllner, MBA MSc
Bild 2:
v.l.n.r.: Andrea Gartner und OA Dr. Wolfgang Kram von der Blutbank St. Pölten mit Landesrat Anton Kasser
Bild 3:
v.l.n.r.: OA Dr. Wolfgang Kram und Landesrat Anton Kasser


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