Krebsprävention im Fokus: HPV Awareness Day am 4. März im Universitätsklinikum St. Pölten

ST. PÖLTEN – Der HPV Awareness Day wird seit 2018 jedes Jahr am 4. März begangen. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Risiken einer Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) zu schärfen und auf die Präventionsmöglichkeiten hinzuweisen.

Die Humanen Papilloma Viren, kurz HPV, sind Viren, die Infektionen sowie Haut- und Zellveränderungen auslösen können - besonders im Intimbereich. HPV ist weit verbreitet und sowohl Männer als auch Frauen können sich anstecken. Vier von fünf Personen (Männer, Frauen und Kinder) stecken sich im Laufe ihres Lebens mit HPV an – meistens ohne, dass sie es wissen oder bemerken. Es gibt mehr als 150 HPV-Typen und einige davon sind an der Entstehung von Krebserkrankungen beteiligt. Dies beschränkt sich nicht nur auf den gynäkologischen Bereich, sondern betrifft auch Tumore im Hals-Nasen-Ohren-und Enddarmbereich.

„Anlässlich des HPV-Awareness-Days möchten wir Informationen zur HPV-Impfung und Krebsvorsorge geben, aber auch mit einigen Mythen aufräumen“, erklärt Prim. Clin. Ass. Prof. Dr. Susanne Schubert, Leiterin der Klinischen Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe.

FALSCH: Die HPV- Impfung ist nur etwas für Mädchen/Frauen! Buben/Männer haben ja keinen Gebärmutterhals!
RICHTIG: Mädchen und Buben sollen geimpft werden. Auch wenn Gebärmutterhalskrebs nur Frauen betrifft, kann das HPV-Virus bei Männern andere ernsthafte und bösartige Erkrankungen verursachen. Gemäß der Empfehlung des Nationalen Impfgremiums im Impfplan Österreich ist die Impfung für alle ab dem 9. Geburtstag empfohlen.

FALSCH: Wenn ich schon Geschlechtsverkehr hatte, bringt die Impfung nichts.
RICHTIG: Idealerweise sollte die HPV-Impfung möglichst früh vor Beginn der sexuellen Aktivität erfolgen, da einerseits die Immunantwort bei jungen Menschen am höchsten ist, andererseits in der Regel noch keine Ansteckung mit HPV erfolgt ist. Aber auch danach ist die Impfung sinnvoll!

FALSCH: Ich bin schon HPV positiv, Impfen bringt nichts mehr!
RICHTIG: Die HPV-Impfung ist ausschließlich zur Vorsorge gegen HPV induzierte Krebsvorstufen und Krebserkrankungen geeignet. Durch die Impfung wird die körpereigene Immunantwort sehr wirksam aktiviert, wodurch später eindringende Viren erfolgreich bekämpft werden können. Die Schutzwirkung der HPV-Impfstoffe ist typenspezifisch.

„Die HPV-Impfung ist immer sinnvoll und schützt. Die Impfung senkt das Risiko für Genitalwarzen und Gebärmutterhalskrebs um bis zu 90 %, auch das Risiko für Krebs an Rachen, Kehlkopf, Scheide, Anus und Penis wird deutlich gesenkt“, so Prim. Dr. Susanne Schubert abschließend.
 

Wie oft soll geimpft werden?
bis zum 30. Lebensjahr: 2 Teilimpfungen
ab dem 30. Lebensjahr: 3 Teilimpfungen


Die kostenlose HPV-Impfung (vom vollendeten 9. Lebensjahr bis zum vollendeten 21. Lebensjahr) wird in Niederösterreich in öffentlichen Impfstellen (Bezirkshauptmannschaften, Magistrate) und bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten angeboten.

Weiterführende Informationen zur Impfung: HPV-Impfung (Humane Papillomaviren) - Land Niederösterreich
 

 

 

 

Bildtext:
Prim. Clin. Ass. Prof. Dr. Susanne Schubert (Leiterin der Klinischen Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe)
 

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