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Pressemeldungen St. Pölten

Universitätsklinikum St. Pölten: Schmerzen in Knie oder Hüfte - Frühzeitige Behandlungsformen bei Arthrose

ST. PÖLTEN - Bis 2020 ist eine Verdoppelung der künstlichen Kniegelenke aufgrund von frühzeitiger Abnützung und in etwa ein Gleichbleiben der künstlichen Hüftgelenke zu erwarten. Es wurden daher Operationstechniken entwickelt, die schon in einem Frühstadium der Gelenksabnützung eingesetzt werden, um den weiteren Prozess der Abnützung zu stoppen. An der Klinischen Abteilung für Orthopädie am Universitätsklinikum St. Pölten sind die Techniken des Knieteilersatzes und der Hüftarthroskopie zu sehr erfolgreichen und routiniert eingesetzten Behandlungsmethoden der Arthrose geworden.

Arthrose ist die häufigste aller Gelenkskrankheiten und ist der Zustand nach Zerstörung der Knorpelschicht eines Gelenks und den damit verbundenen Knochenveränderungen. Der Betroffene verliert dadurch die Fähigkeit, sich frei zu bewegen. Das Gelenk entzündet sich, schwillt an und schmerzt. Am häufigsten betroffen sind Knie und Hüften, aber auch jedes andere Gelenk kann erkranken.

„Beim Kniegelenk ist nach Meniskusverletzungen oder auch bei Beinfehlstehlungen häufig nur ein Gelenk von insgesamt drei betroffen, dessen frühzeitige Reparatur durch eine Teilprothese den Arthroseprozess stoppt.  Die Beschwerden sind dadurch in den Griff zu bekommen und in bisher unbetroffenen Knieteilen schreitet die Abnützung nicht weiter voran“, so Prim. Univ.-Doz. Dr. Florian Gottsauner-Wolf, interimistischer Leiter der Klinischen Abteilung für Orthopädie am Universitätsklinikum St. Pölten.

Im Falle des Knies ist ein Krückengehen von 14 Tagen notwendig, unter voller Belastung ab dem ersten Tag nach der Operation. Je nach beruflicher Tätigkeit können die Patientinnen und Patienten nach sechs Wochen wieder zu ihren normalen Tätigkeiten zurückkehren und können sich wieder sportlich betätigen.

An der Hüfte ist der künstliche Gelenksersatz eine der erfolgreichsten Operationen der letzten Jahre. Eine Reihe von Funktionsstörungen der Hüfte mussten mit einem totalen Gelenksersatz behandelt werden, obwohl oft nur lokale Prozesse das Problem darstellten.
Mit der Hüftarthroskopie (Gelenksspiegelung) ist eine Technik entwickelt worden, anhand derer lokale Teilabnützungen des Gelenkes oder Einklemmungsphänomene relativ unkompliziert dort repariert werden können, wo das Problem auftritt. Damit kann eine Hüftgelenksersatzoperation in vielen Fällen aufgeschoben oder als gänzlich unnötig erklärt werden.

Beide Eingriffe sind deutlich schonender, benötigen kürzere Operationszeiten und einen verkürzten Klinikumsaufenthalt. Darüber hinaus ermöglichen diese Verfahren eine raschere Mobilisation und sofortige Belastungsfähigkeit, weil ein Großteil des Gelenks unverändert funktionstüchtig verbleibt und nur der erkrankte Teil ersetzt bzw. modifiziert wird.

Besonders wichtig ist die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, die den orthopädischen Patienten im Frühstadium der Arthrose behandeln und rechtzeitig an die Orthopädie im Klinikum überweisen.

„Ein frühzeitiger, minimal operativer Eingriff der Arthrose hat das Potential, den gesamten Abnützungsprozess des Gelenks zu stoppen. Die Klinische Abteilung für Orthopädie hat sich auf diese frühzeitigen Eingriffe spezialisiert, die vor allem einer Patientengruppe zugutekommen, die bisher nicht gelenkserhaltend versorgt werden konnten“, so Gottsauner-Wolf.

Bis zum Jahr 2020 ist eine Verdoppelung der künstlichen Kniegelenke aufgrund von frühzeitiger Abnützung zu erwarten. Die Gründe dafür sind einerseits die deutliche Zunahme an Sportverletzungen bei jungen Menschen, die Jahre später zu Arthrosen führen, aber auch der hohe Anspruch des älteren Menschen an seine Mobilität und Funktionsfähigkeit.

 

Bildtext
Prim. Univ-Doz. Dr. Florian Gottsauner-Wolf und Patient Walter Richter

 

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